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13.07.2017

Warum besitzt Superman kein Patent?

Weil er selbst mit seinen Superkräften keinen Patentantrag ausfüllen könnte. Denn dazu ist eine Ausdrucksweise erforderlich, die selbst dem Normalsterblichen Probleme bereitet …

Zap in Comicschrift, Superman

Zwischen den beiden Extremen der Sprachgenres Comic und Patentschrift liegen tatsächlich Welten. Die breite Palette der Textgattungen reicht vom Bilder- und Kinderbuch über Trivialliteratur und Zeitungsartikel sowie Romane und Fachbücher bis hin zu Geschäftsberichten und Doktorarbeiten. Jede Art von Text besitzt ihren ganz eigenen Charakter, der dann allerdings auch recht enge Grenzen hat. Normalerweise merken wir das nicht, weil unserer Erwartungshaltung an Stil und Sprache des jeweiligen Textes entsprochen wird. Erst wenn von der üblichen Ausdrucksweise abgewichen wird, fällt auf, dass mit dem Text etwas nicht stimmt. Wir brauchen uns nur vorzustellen, wie ein Fachartikel in kindgerechter oder blumiger Sprache klingen würde.

Die breite Palette der Textarten

Beim Vorlesen von Bilderbüchern begegnen uns kurze Sätze, einfache Wörter, Wiederholungen und Lautmalerei. So werden Kinder an Sprache herangeführt. Die ersten selbst gelesenen Kinderbücher erweitern dann den Sprachschatz und viele von uns finden anschließend über Jugendbücher hin zu Romanen, die uns dann durch das Erwachsenenleben begleiten. Irgendwann kommen bei den meisten Menschen allgemeinverständliche Fachbücher hinzu, und im Beruf lesen wir so manchen Geschäftsbrief oder Vertrag. Stolperfallen im Alltag selbst für den geübten Leser sind und bleiben Behördenschreiben und das Kleingedruckte bei Verträgen. Da ist es zwar tröstlich, dass einige Behörden und Versicherungen zumindest versuchen, ihren üblichen Sprachgebrauch zu vereinfachen Erschwert wird dies jedoch durch die Notwendigkeit, Sachverhalte konkret, präzise und umfassend auszudrücken. Versuchen Sie mal, eine Rechtsbehelfsbelehrung so simpel zu formulieren, dass der Normalbürger sie versteht.

Hier wird’s kompliziert

Schon ein normaler Fachartikel dürfte sich uns nur erschließen, wenn wir „vom Fach“ sind. Das merkt auch jeder Übersetzer, der sich an fachsprachliche Texte heranwagt, die von Experten auf ihrem Gebiet geschrieben wurden. Heutzutage ist für solche Fälle das Internet Gold wert. Hier kann man sich in das Fachgebiet zumindest etwas einlesen, vor allem aber bestimmte Fachbegriffe zunächst mal in der Ausgangssprache im Zusammenhang erkunden, bevor man sich die Auswahl der möglichen Übersetzungen des Begriffs ansieht. Wobei es durchaus vorkommt, dass im World Wide Web der gesuchte Fachbegriff selbst in der Ausgangssprache nur wenige Treffer ergibt und eine zielsprachliche Entsprechung überhaupt nicht zu finden ist, z.B. Kollapsbewehrung. Dann sind besonders intensive Recherche und eine Portion Mut gefragt. Womit wir bei Patentschriften landen: Dort findet sich dann vielleicht der gesuchte Begriff in den endlos langen und meist nur durch einzelne Wörter abgewandelten Beschreibungen (den sogenannten Ansprüchen) des Patentgegenstands.

Übersetzer als Allrounder

Wer die ganze Bandbreite der im Geschäftsleben anfallenden Texte von der Werbebroschüre über Verträge bis hin zu Technischen Spezifikationen übersetzen soll, braucht eine gute Ausbildung und jahrelange Erfahrung. Außerdem viel Zeit für die ausführliche Recherche zum jeweiligen Thema und ein Gespür für das jeweilige Sprachgenre. Und auch für anspruchsvollere Textgattungen wie wissenschaftliche Abhandlungen und Patente muss man sich erwärmen können. Denn die Übersetzung eines Superman-Comics wird höchst selten beauftragt.

 

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