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24.03.2016

Warum der Donnerstag vor Ostern grün ist – oder weiß

Ostern steht vor der Tür und damit auch der Gründonnerstag. Warum trägt der Tag diesen Namen, und warum heißt der Gründonnerstag mancherorts eigentlich "Weißer Donnerstag"?

Ostereier

Vier Theorien

Den Namen gibt es bereits seit Anfang des 13. Jahrhunderts. Er ist im deutschen und tschechischen Sprachgebiet verbreitet. Im Mittelhochdeutschen hieß der Gründonnerstag "grûne dunrestag" oder "grüene donerstac": Die spätere Form ist bereits deutlich erkennbar. Es gibt vier Theorien zur Entstehung dieses Namens; die endgültige Herkunft ist nicht geklärt. Sprachwissenschaftler schließen aber nicht aus, dass die Theorien teilweise miteinander vereinbar sind.

Aus dem Lateinischen

Das Wort "virides" bedeutet wörtlich "die Grünen" und stand früher für die Verwandlung von Sündern zu Büßern. Die Sünder schritten einst als "vertrocknetes Holz" am Gründonnerstag in die Kirche, um sich von Sünden zu reinigen. Danach wurden sie wieder zu "grünem Holz". Sie trugen weiße Kleidung und ein grünes Tuch über den Schultern. Im skandinavischen Raum nimmt die Bezeichnung des Gründonnerstags direkten Bezug auf die Reinigung von Sünden – er heißt dort "reiner Donnerstag" (Schwedisch: "skärtorsdagen", Dänisch: "skærtorsdag", Norwegisch: "skjærtorsdag" und Isländisch/Färöisch: "skírdagur").

Liturgisches Grün

Inzwischen ist weiß die liturgische Farbe für den "Weißen Donnerstag" (der auf Niederländisch übrigens "Witte Donderdag" und auf Französisch "jeudi blanc" heißt). Vor dem 16. Jahrhundert war der Farbenkanon der römisch-katholischen Kirche noch nicht verbindlich. Man geht davon aus, dass früher in manchen Regionen auch grün verwendet wurde. Daher könnte der Gründonnerstag seinen Namen von diesem abweichenden Farbritus erhalten haben, ebenso wie der "Weiße Donnerstag" seinen Namen vom aktuellen Farbenkanon erhalten hat.

Grünes Essen

Es gibt Belege dafür, dass man bereits im 14. Jahrhundert grüne Kräuter, Nesseln, junge Triebe, Salate und Grünkohl am Gründonnerstag verspeiste. Die Tradition passt zu den Fastenvorschriften der Karwoche und sollte außerdem dabei helfen, die Kraft des Frühjahrs in sich aufzunehmen.

Klagedonnerstag

Das althochdeutsche "grīnan" und das mittelhochdeutsche "grînen" finden wir heute in dem Verb "greinen" wieder. Früher hieß es, dass man "lachend oder weinend den Mund" verzog, heute überwiegt die negative Bedeutung: "(schmerzlich den Mund verziehend) leise und kläglich vor sich hin weinen" oder "weinerlich klagen, jammern". Der Gründonnerstag könnte sich also vom Greinen der oben genannten Büßer ableiten. Da der Tag der Vergebung für die Büßer ein Freudentag und kein "Jammertag" war, sind viele skeptisch, was diese Theorie betrifft.

Kartage

Für den Klagedonnerstag spricht die Einordnung des Tages in das Kirchenjahr: Der Gründonnerstag zählt zusammen mit dem Karfreitag und dem Kar- bzw. Ostersamstag zu den Kartagen. Das Leiden und Sterben Jesu steht an diesen drei Tagen im Vordergrund. Das althochdeutsche "kara" ist die Wurzel der Wörter Kartage, Karfreitag und Karsamstag: Es bedeutet Trauer, Kummer und Klage.

Mehr zum Thema "Ostern und Sprache" lesen Sie in unserer letzten Osternews rund um den Osterhasen, das Osterei und die Osterglocke. Die Kocarek GmbH wünscht Ihnen allen ein schönes Osterfest!

 

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