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25.08.2015

Was haben poetische Häschen und Gang Slang gemeinsam?

Während sich Hase Fuzz McFlops in einer Geschichte für Kinder über sein zu kurz geratenes Ohr schämt, werfen sich die Banden in Paulo Lins‘ Roman „Die Stadt Gottes“ Umgangssprache auf brasilianischem Portugiesisch um die (normalen) Ohren. Die Ohren sind es also schon mal nicht, die beide Geschichten miteinander verbinden. Übersetzerin Alison Entrekin weiß die Antwort.

Manuel Schürzenjäger & blau geflieste Grillecken

Paulo Lins‘ Roman „City of God“ handelt vom gewaltgeprägten Leben der Drogenbanden in Rios Favelas. Die Geschichte wurde 2002 in einem gleichnamigen Film wiedergegeben. Der Roman ist voll von der Umgangssprache der Banden. Dazu gehören auch kreative Spitz- und Bandennamen wie „Mane Galinha“: „Mane“ ist die Kurzform von Manuel und „Galinha“ bedeutet wörtlich „Hühnchen“, umgangssprachlich aber auch „Schürzenjäger“.

Umgangssprache stellt immer eine Herausforderung für Übersetzer dar, so auch für Alison Entrekin, die „Die Stadt Gottes“ aus brasilianischem Portugiesisch ins Englische übersetzt hatte. Manchmal müsse man sich als Übersetzer für etwas entscheiden, wenn es unmöglich ist, ein entsprechendes Wort in der eigenen Sprache zu finden, so Entrekin. Häufig seien Begriffe nicht nur für ausländische Leser unverständlich, sondern auch für Muttersprachler, erklärt die Übersetzerin. Das sei insbesondere der Fall, wenn die Begriffe nur für eine bestimmte Gruppe typisch seien.

Brasilianisches Portugiesisch enthält viele Begriffe, zu denen es kein englisches Äquivalent gibt: Die entsprechenden kulturellen Konzepte oder Referenzen existieren im Englischen nicht. Ein Beispiel dafür ist „azulejado“, was wörtlich übersetzt so viel wie „gefliest“ bedeutet. Das Wort führt jedem Brasilianer sofort das Bild einer mit blauen Fliesen dekorierten Grillecke vor das geistige Auge, während ein ausländischer Leser damit nichts anfangen kann. Bei solchen Wörtern muss ein Übersetzer das Gleichgewicht zwischen Treue zum Originaltext und genauem Verständnis der brasilianischen Kultur finden.

Change it or google it

Zoe Perry, die englische Übersetzerin des Romans „Untreue“ des brasilianischen Autors Paulo Coelho, hat dazu einen einfachen Tipp: „Man darf den Leser nicht wie einen Idioten behandeln. Ich verwende nur Fußnoten, wenn es sich um so spezifische kulturelle Dinge handelt, dass nur in Brasilien Aufgewachsene damit etwas anfangen können. Wenn man es leicht über Google finden kann, lässt man es am besten so stehen.“

Neben dramatischen Geschichten für Erwachsene können auch scheinbar einfache Kindergeschichten übersetzungstechnische Herausforderungen darstellen. Entrekin übersetzte kürzlich das Kinderbuch „Fuzz McFlops“ aus brasilianischem Portugiesisch ins Englische. Obwohl es für Kinder geschrieben ist, sei es sehr kompliziert, erzählt Entrekin. „Es war voll von Wortspielen. Ich musste alles neu erfinden.“ Damit steht die Übersetzerin auch in der Tradition von Harry Rowohlt und Dr. Erika Fuchs. Beide zeichneten sich durch ideenreiche Wortneuschöpfungen und einzigartige Übersetzungen aus.

Ob Schürzenjäger, Grillecken, googlebare Fakten oder wortgewandte Häschen, die Übertragung eines Textes in eine andere Sprache ist immer eine interessante Herausforderung, die wir von der Kocarek GmbH gerne annehmen.

 

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