Übersetzungsunternehmen Kocarek GmbH
Facebook LinkedIn GooglePlus Besuchen Sie uns auf Twitter YouTube

+49 201 24 69 90-0 | info@kocarek-gmbh.com

Übersetzungsunternehmen Kocarek GmbH
Home » News
05.07.2016

Was Zebrafinken und Menschen gemeinsam haben

Die kleinen Piepmätze mit grauem Köpfchen, orangefarbenen Bäckchen, weißem Bauch und knallrotem Schnabel sind auf den Kleinen Sunda-Inseln und in Australien verbreitet. Ihre Lieder lernen sie ähnlich wie Menschen ihre Muttersprache: zuhören und nachahmen.

Zebrafink auf einem Ast

Neue Forschungsergebnisse

Forscher der japanischen OIST haben kürzlich bestimmte Neuronen im Gehirn von Zebrafinken identifiziert: Der Gesang des Vaters spiegelt sich als auditive Erinnerung in diesen Neuronen wider. Die Ergebnisse könnten neue Einsichten in die Sprachentwicklung der Menschen liefern. Dr. Shin Yanagihara, Leiter der Studie, erklärt in den News der OIST: "Frühe Sinneserfahrungen sind sehr wichtig für junge Tiere. Sie beeinflussen die Entwicklung des Gehirns stark. Diese Entwicklungsstufe ist ein 'kritischer Zeitraum', in dem die Verbindungen im Gehirn sehr flexibel sind. Sie können leicht verändert werden. Wir wollten wissen, wie die frühen Sinneserfahrungen während des kritischen Zeitraums die Verbindungen im Gehirn formen und zu entsprechendem Verhalten führen."

Ziel: Weibchen finden

Bei den Zebrafinken lernen nur die Männchen Lieder. Sinn der Sache: Weibchen beeindrucken. Das Lernen komplexer Lieder ist also wesentlich für die kleinen Vögel, um ihre Gene weitergeben zu können. Wenn die jungen Zebrafinken anfangen zu singen, rufen sie vermutlich die auditive Erinnerung an das Lied ihres Vaters oder Lehrers ab. Nach und nach verändern sie das Lied, bis sie ein eigenes komponiert haben. Dieses ähnelt dann immer noch dem Lied des Lehrers oder Vaters. Hier kann man sich den Prozess anhören.

Singvogelstadium

Bei uns Menschen hat die Muttersprache noch viele weitere Funktionen und wird daher von Jungen und Mädchen gleichermaßen gelernt (wenn auch auf unterschiedliche Weise, wie wir in dieser News erklären). Forscher gehen jedoch davon aus, dass unsere Vorfahren zunächst in einer Art Singvogelstadium miteinander kommunizierten.

Die Art der Aneignung bleibt ähnlich: Während des kritischen Zeitraums hören Kinder der Sprache der Erwachsenen zu. Die Verschaltungen im Gehirn werden dann so geformt, dass sie auditive Merkmale dieser Sprache erfassen können.

Die Studie vermittle eine Vorstellung davon, wie sich das Gehirn Erinnerungen während des kritischen Zeitraums aneigne, so Yanagihara. "Wir können nun etwas besser verstehen, wie die neuronalen Mechanismen der Erinnerung und frühen Sinneserfahrungen Verbindungen im Gehirn in einem frühen Entwicklungsstadium formen. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Menschen und andere Arten."

 

Kocarek GmbH | Kronprinzenstraße 5-7 | 45128 Essen | Tel.: +49 201 24 69 90-0 | Fax: +49 201 24 69 90-10 | info@kocarek-gmbh.com