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09.09.2015

Welche Sprache sprechen Syrer?

Die meisten Flüchtlinge stammen momentan aus Syrien. Welche Sprache sprechen Syrer eigentlich – Arabisch, Syrisch, syrisches Arabisch? Ein kurzer Überblick.

Syrien, Sprache

Amtssprache: Arabisch

Die Amtssprache in Syrien ist Arabisch, nicht Syrisch. Arabisch gehört zur afroasiatischen Sprachfamilie und stellt den mit Abstand größten Zweig der semitischen Sprachen dar, einer Unterfamilie des Afroasiatischen. Arabisch ist nicht nur die Amtssprache Syriens, sondern zahlreicher weiterer Länder in Nordafrika, darunter Ägypten, Algerien, Israel, Irak, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate. In den einzelnen Ländern gibt es zahlreiche Dialektvarianten, die sich teilweise sehr stark voneinander unterscheiden. Das ist besonders der Fall, wenn der geografische Abstand der Länder groß ist: Algerische Filme, in denen die Schauspieler Algerisch-Arabisch sprechen, müssen hocharabische Untertitel erhalten, wenn sie in den Golfstaaten gezeigt werden.

Umgangssprache: Syrisches Arabisch

Auch in Syrien gibt es eine spezielle Dialektvariante: Neben Hocharabisch sprechen Syrer Syrisch-Arabisch als regionalen Dialekt. Das syrische Arabisch hat eine andere Aussprache als Standardarabisch, auch im Vokabular und in der Grammatik gibt es Unterschiede. Es ähnelt den jordanischen, palästinensischen und libanesischen Dialekten. Deshalb werden diese vier Sprachformen häufig zu einem Dialekt zusammengefasst: dem Levantischen, der Sprache des Morgenlandes.

Vergleich der beiden Varianten

 Das Verhältnis zwischen Syrisch-Arabisch und Hocharabisch ist ungefähr dasselbe wie zwischen deutschen Dialekten und Hochdeutsch: Der Dialekt wird gesprochen, die Hochsprache geschrieben. Es gibt Ausnahmen, sowohl in Deutschland (Plattdeutsch) als auch in Syrien, wo der Trend besonders im Internet zu einer Verschriftlichung des Syrisch-Arabischen hin zu gehen scheint. Das ist in Deutschland und anderen Ländern allerdings auch nicht anders.

Ein Beispiel: Der Satz „Ich möchte morgen zur Universität gehen“ klingt auf Hocharabisch völlig anders als auf Syrisch-Arabisch.

Hocharabisch: „urīdu an aḏhaba ilā l-ǧāmiʿati ġadan“
Syrisch-Arabisch: „bıddī rūḥ ʿal-ǧāmʿa bukrā“

Syrisch-Arabisch ist nicht Syrisch.

Die syrische Sprache gehört hingegen zu einem anderen Zweig der semitischen Sprachen; sie ist auch als Syrisch-Aramäisch bekannt. Die Sprache ist heutzutage eine Minderheitensprache, die von syrischen Christen gesprochen wird.

Wer sich also mit Syrern in ihrer Muttersprache unterhalten möchte, sollte am besten Syrisch-Arabisch lernen. Mit Hocharabisch kommt man auch weiter; zumindest wird man irgendwie verstanden. Hocharabisch stellt somit einen guten Ausgangspunkt dar, um später andere Dialekte zu erlernen. Monika Bolliger weiß das aus eigener Erfahrung. Sie lernte zwei Jahre lang Hocharabisch an der Züricher Universität, verstand in Damaskus aber kein Wort ­– es sei denn, die Sprecher wechselten ins Hocharabische. Trotzdem liege der Dialekt in Damaskus noch relativ dicht am Hocharabischen, so Bolliger. Sie vergleicht das Verhältnis zwischen den beiden Sprachformen mit dem Verhältnis zwischen Hochdeutsch und dem Dialekt Zürichs. Die Schweizerin war außerdem begeistert von der „entwaffnenden Gastfreundschaft“ der Syrer, ihrer Flexibilität und ihrer geduldigen Improvisationsfähigkeit. Wenn man diese Charakterzüge mit der derzeitigen deutschen Hilfsbereitschaft vergleicht, sollte sicher sein: Syrer und Deutsche werden in Zukunft gut zusammenleben können.

 

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