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24.11.2015

Wenn Altes und Neues Hand in Hand gehen

Neue Medien verändern die Sprache: SMS, Facebook, YouTube, Twitter, Instagram, Snapchat. Sprachwissenschaftler studieren die neuen Phänomene mit großem Interesse. Andere haben Angst, dass unsere Sprache davon kaputt geht. Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie neue Medien alten Sprachen beim Überleben helfen können.

Sprachenerhalt durch Social Media

Haida: eine aussterbende Sprache

Alle Haida-Muttersprachler sind heutzutage älter als 60. Insgesamt gehören über 2000 Personen dem Volk der Haida an, einem Indianervolk, das ursprünglich aus Kanada stammt. Die Haida leben heutzutage vorwiegend in Alaska und der Küstenregion British Columbias. In Juneau, der Hauptstadt Alaskas, versuchen die "Haida Language Learners", die gefährdete Sprache durch den Einsatz neuer Medien zu retten.

Als Einheimische zu Hause – und dennoch eine Fremdsprache als Muttersprache

Emily Rose Edenshaw-Chafin lernt bereits seit über einem Jahrzehnt Haida: Ihre Familie zog mit ihr nach Hydaberg in Alaska, als sie noch ein Kind war. Trotzdem sei es schwierig gewesen, komplexe Phrasen zu lernen. Emily Rose nahm schnell einfache Wörter wie "háw’aa" ("danke") und Phrasen wie "hágwsdaa" ("beeil dich") auf. Komplexere Phrasen lernte sie dann erst später an der Universität, als sie Haida bei einem Linguisten studierte. Für Emily Rose fühlt es sich anders an, einheimisch zu sein und eine Fremdsprache als Muttersprache zu haben, obwohl sie doch in der entsprechenden Sprachregion wohnt: "Als Einheimische war ich enttäuscht, dass ich mein eigenes Erbe und meine eigene Sprache nicht kannte."

Während ihres Haida-Studiums verliebte Emily Rose sich in die Sprache: "Ich wollte Gedichte in Haida schreiben. Ich wollte in Haida träumen, also übte ich immer weiter." Im Haida-Kurs lernte sie die gleichgesinnte Susie Lee Edwardson kennen. Susie erklärt ihr Verhältnis zu Haida: Sie sei nicht mit Haida aufgewachsen und habe anfangs keine Verbindung zu der Sprache gehabt. "Aber als ich an der Universität angefangen hatte, Haida zu lernen, und die Sprache zusammen mit meiner Familie wiederbelebte, fühlte sich das an, als sei ich plötzlich Teil einer Gemeinschaft geworden, zu der ich schon mein ganzes Leben lang gehört hatte."

Die Box, die alles weiß

Susie und Emily Rose verwenden Snapchat, Instagram, YouTube und Facebook, um Haida zugänglich zu machen. Das Lernen soll vor allem Spaß machen – und wie man sieht, haben die Haida Language Learners auch eine Menge Spaß beim Unterrichten! Eine Herausforderung sind moderne Vorstellungen, die in Haida noch nicht existieren. Hier arbeiten Susie und Emily Rose häufig mit den älteren Muttersprachlern zusammen, um gute Phrasen und Wörter zu finden. Ein Computer wurde so zur "Box, die alles weiß", und ein Handy zum "Handtaschentelefon". Und Spinat? "Eisenblatt"!

Ein außergewöhnlicher Job

Emily Rose arbeitet inzwischen als Vollzeit-Haida-Wiederbeleberin. Sie ist davon überzeugt, die Sprache zurückbringen zu können: "Wir können nicht jeden einzelnen Teil der Kultur zurückbringen, aber wir können die wichtigen Teile zurückbringen – jene, mit denen wir uns vollständig fühlen."

Háws dáng hl kíngsaang!

 

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