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02.07.2015

Wenn Opa auf dem Kopf barfuß ist...

... und Oma vor lauter Falten Wellenbacken bekommt, spricht vermutlich ein Kind. Lustige Metaphern und Wortneuschöpfungen bei kleinen Kindern im Alter von drei oder vier Jahren unterhalten die ganze Familie. Viele dieser vermeintlichen Fehler basieren jedoch auf wiederkehrenden Regeln und Mustern.

Kleiner Junge

Ines Bose, Professorin für Sprechwissenschaft an der Universität in Halle, sieht in den abenteuerlichen Äußerungen von Kindern nicht nur versuchte Nachahmung, sondern auch eine Analyse der Sprache.

Vom Babylog zum Dialog

Nachahmung geschieht tatsächlich schon sehr früh: Bereits mit drei Monaten können Babys Lachen und die Tonlage der Sprache wahrnehmen und erwidern. So entsteht eine Art Dialog – der erste Schritt zur Kommunikation. Dieser „Babylog“ wird durch Gesten wie zeigen, Hände hochhalten oder Kopf wegdrehen ergänzt. So sprechen Kinder bereits vor dem ersten Lebensjahr auf Mitmachspiele, Reime und Lieder an. Sie bauen sogar stimmliche Erwartungen auf, die sie dann mit den rhythmisch-melodischen Spielen in Verbindung bringen. Nein, sie können gar nicht genug davon kriegen, nach einem „Hoppe, Hoppe Reiter“ sanft auf den Boden zu plumpsen.

Dumme Männlein im Walde

Nach dem ersten Lebensjahr geht es dann so richtig rund: Die ersten wortähnlichen Gebilde verlassen den Mund des Sprösslings. Wortähnlich sind sie zunächst, weil meist nur die Eltern wissen, dass das Kind auch bei Sonnenschein Bummibiefel anziehen möchte. Dass das B dem G und ST vorgezogen wird, liegt daran, dass es leichter ist, Laute mit den Lippen zu erzeugen. ST und G werden in der Mitte des Mundes und am Gaumen gebildet. Das ist am Anfang schwieriger. Auch das D wird dem ST vorgezogen, weswegen das Männlein im Walde zunächst still und dumm da steht. Das arme.

Allmählich und ca. nach dem zweiten Geburtstag kombinieren Kinder Wörter miteinander. Dann soll „Papa auch Bummibiefel“. Zwischen dem 18. und 24. Monat überschreiten die Kleinen dann die 50-Wort-Grenze und der Wortschatz explodiert: Etwa zehn neue Wörter lernen Kinder dann – pro Tag!

Haben Sie das schon geweißt?

Die Kleinen lernen die Grammatik locker nebenbei. Dabei kommt es häufig zu sogenannten Übergeneralisierungen. Das bedeutet, dass Kinder eine bestimmte Regel oder ein Muster erfasst haben und es dann konsequent anwenden. „Muschels am Strand und die Löffels in den Schüssels und sowieso hast du mich angelügt!“ Wieso müssen die Erwachsenen ihre Verben auch ständig unregelmäßig konjugieren? Und die Substantive auch noch unregelmäßig deklinieren? Das ist auch für viele Erwachsene eine absolut unnötige Eigenschaft der Sprache.

Kindermund tut Wahrheit kund – oder versucht es zumindest: Über elterliche Autoritätsportionen und Papa als Spekulatius an der Börse können Sie hier mehr erfahren.

 

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