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14.11.2014

Wie das Internet unsere Sprache bereichert

Soziale Medien verderben die Sprache. Lehrerinnen und Lehrer schlagen die Hände über den Köpfen zusammen: Die Jugend von heute kenne sich weder mit Rechtschreibung noch Grammatik aus. Lol. Unverständliche Abkürzungen, wo man nur hinblickt. Omg. Wo dem gewöhnlichen Sprachnutzer der Hut hochgeht, sehen Sprachforscher ein enormes Potenzial.

Goldenes Zeitalter für die Schriftsprache

Robert McCrumb, Mitherausgeber von The Observer, spricht von einem goldenen Zeitalter:
„In the written format, this is a Golden Age. There’s more reading and writing. […] People are devouring words on a colossal scale.“ Moderne Hilfsmittel wie Kindle, iPhone oder iPad, häufig in Begleitung des Internets, ermöglichen pausenlos Zugang zu Texten aller Art.

Unsere Sprache hat neue Gebiete erobert. Das sei jedoch keine Gefahr für die bereits etablierte Sprache. Autor und Linguist David Crystal präzisiert: „We’ve got instant messaging, we’ve got blogging, we’ve got text messaging, we’ve got facebook, youtube, twitter. Each of these new developments […] added a new genre, a new style of expression. […] The rest of the language trundles along as if none of this had happened. […] I see the internet as a new dimension to language, and not in any sense a decline.“

Verschiedene Codes

Für die Sprache im Internet gilt ein entspannterer Code als für Sprache in anderen Situationen. Der Autor und Akademiker Professor Simon Horobin sieht kein Problem darin, sofern Jugendliche die unterschiedlichen Codes nicht vermischen: „There are some sophisticated codes arising around the internet. It’s just that we can’t apply the same kind of rules that we apply to standard English to internet usage. […] The danger might come if we start to confuse the two media.“

Die Gefahr der Vermischung sei jedoch gering. Lexikografin Fiona McPherson betont, dass Jugendliche wüssten, wann welcher Code angebracht sei. Studien könnten in keiner Weise bestätigen, dass das Anwenden der unterschiedlichen Codes für Jugendliche ein Problem darstelle.

„Lol“ ist out

David Crystal hat außerdem festgestellt, dass die Internetsprache selbst im Wandel begriffen ist. Zusammen mit Schülern sammelt er in Unterrichtseinheiten SMS-Nachrichten. Bei seiner letzten SMS-Sammelaktion musste Crystal verwundert feststellen, dass die Schüler keine Abkürzungen, wie „lol“, mehr verwendeten. Ein Schüler erzählte ihm auch prompt, warum: „I’ll tell you when I stopped using abbreveations: When my parents started.“

Sind Abkürzungen out? Die neue Generation tut mit Sprache, was auch schon die Elterngeneration getan hat: Sie will sich abgrenzen, etwas Eigenes schaffen und gegen das Bestehende rebellieren. Wenn Erwachsene anfangen, Sprachgewohnheiten nachzuahmen, geht die Rechnung nicht mehr auf. Ein neuer Trend muss her.

Kurze Trends, langsamer Wandel

Texte im Internet erscheinen häufig. Sie erscheinen schnell. Sprache scheint im gleichen, rasanten Tempo zu fahren. Doch jede Neuerung ist kurzweilig: „When you look at language, you have to look on a very, very big scale. Language change is infinitesimal slow. It’s like corral: It grows and grows and changes and changes over hundreds of years“, so Robert McCrumb.

Internetsprache ist nur ein kleiner Trend. Sie ist eine winzig kleine Welle im großen Ozean der Sprache. Sie löst keinen vernichtenden Orkan aus – höchstens einen kleinen Sturm.

Die Kocarek GmbH berät Sie gerne zu Sprachthemen aller Art.

Mehr faszinierende Einblicke in die Welt der Internetsprache erhalten Sie in dieser kurzweiligen Dokumentation.

 

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