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08.05.2014

Wie eine Universität unsere Sprache verändern will

Da hat sich die Humboldt-Universität aber etwas sehr Spezielles ausgedacht, um der Diskriminierung von Frauen entgegenzuwirken: eine „Frauisierung“ unserer Sprache.

Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft ist zwar ein sehr altes Thema, beschäftigt uns jedoch bis heute in vielen Bereichen. Wenn wir uns einmal zu Gemüte führen, dass Frauen in Deutschland erst seit ungefähr 100 Jahren wählen dürfen, hat sich bis heute viel in Sachen Gleichberechtigung von Frauen und Männern getan, wobei es allerdings immer noch Einschränkungen gibt.

Wie bereits mehrfach in den Medien publiziert, stehen noch immer mehr Männer an Führungspositionen als Frauen. Auch die Karriereaufstiegschancen sind für Männer weiterhin höher. Ganz zu schweigen von so manch einer Gehaltsvergütung, die bei Männern im direkten Vergleich höher ausfällt. Auch hier hat sich die Politik dem Problem bereits angenommen und erlässt verschiedene Gesetze, wie beispielsweise die Pflichtquote von 20 %  Frauen in Führungspositionen von Unternehmen. All diese verabschiedeten Gesetze zeugen vom dem  Willen der Bundesregierung, die Gleichberechtigung der Frauen zu stärken und voranzutreiben.

Der Humboldt-Universität reicht dies jedoch nicht aus und sie beschreitet einen ungewöhnlichen Weg. Sie möchte mit einem interessanten Ansatz der in ihren Augen zu männlichen deutschen Sprache den Garaus machen. Mit umfangreichen Änderungen von Wörtern, Redewendungen sowie der Rechtschreibung möchte sie die deutsche Sprache nachhaltig reformieren. Dazu gründete sie eine eigene Arbeitsgruppe, die „AG Feministisch Sprachhandeln“ (mehr unter http://feministisch-sprachhandeln.org/ag-feministisch-sprachhandeln/).

Die größten Änderungen bestehen in der kompletten Abschaffung der „er“-Endungen. Aus Fenster, Computer, Er, und Drucker, würde Fensta, Computa, Ea und Drucka werden. Selbst „männliche“ Wörter wie „Mann“ würden mit einem @-Zeichen versehen. Aus Mann würde M@nn.

Man kann darüber streiten, ob dies nun wirklich sinnvoll oder viel zu übertrieben ist. Zudem hätten solche Veränderungen schwerwiegende Folgen: Alle Duden und sonstige Rechtschreibungsnachschlagewerke müssten neu gedruckt werden. Generell wäre es die größte Rechtschreibreform seit dem Übergang zum Neuhochdeutschen im 19. Jahrhundert.

Grundsätzlich zu begrüßen ist die kritische Auseinandersetzung mit der Sprache, die auch schon weitere Kreise gezogen hat. Der sogenannte Leitfaden der Arbeitsgruppe ist bereits vergriffen, kann aber als PDF-Version von der Feministisch-Sprachhandeln-Internetseite heruntergeladen werden (http://feministisch-sprachhandeln.org/wp-content/uploads/2014/03/onlineversion_sprachleitfaden_hu-berlin_2014_ag-feministisch-sprachhandeln.pdf).

Wir von der Kocarek GmbH sind gespannt, wie sich dieses Projekt weiterentwickeln wird und sind gerne bei der Übersetzung und Lokalisierung von antidiskriminierenden Schriften behilflich. 

 

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