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17.07.2015

Wörterbuch zum Atomabkommen

Wer englischsprachige Nachrichten zu den Atomverhandlungen mit dem Iran liest, stößt auf eine Menge Fachjargon. Wir erklären Ihnen die häufigsten Begriffe.

Pol-e Chādschu Brücke bei Nacht

„Breakout time“

Ziel des Abkommens ist es, die nukleare „breakout time“ des Irans zu erhöhen. Darunter versteht man die Zeit, die benötigt wird, um genügend hochangereichertes Uran oder atomwaffentaugliches Plutonium für eine einzelne Waffe zu produzieren. Diese Zeit soll von den bisherigen zwei bis drei Monaten auf mindestens ein Jahr erhöht werden.

„Sanctions relief“ & „Snap back“

US-, EU- und UNO-Sanktionen werden aufgeschoben und später abgeschlossen. Der Grund dafür ist, dass erst abgewartet wird, ob der Iran das Abkommen einhält.

Sanktionen, die die Nuklearpolitik der UNO betreffen, werden auf einen Beschluss des UNO-Sicherheitsrates hin entfernt werden müssen. Der Beschluss wird es dem Iran ermöglichen, spezielle Nukleartechnologie zu kaufen, die das Land jahrelang nicht erwerben konnte. In diesem Fall wird es auch einen „Snap-back“-Plan geben, der die Sanktionen wiederherstellt, falls der Iran gegen das Abkommen verstoßen sollte.

Die sechs Nationen China, Frankreich, Deutschland, Russland, Großbritannien und USA wollten das UNO-Waffenembargo gegenüber dem Iran bestehen lassen. Dieses schließt ein Embargo für Materialien zum Bau von Raketenabwehrgeschossen ein. Die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen solle eine Aufhebung des Embargos und der Sanktionen gegen das Raketenprogramm nicht einschließen. Das war einer der schwierigsten Verhandlungspunkte: Der Iran bestand darauf, dass das Aufheben der Sanktionen auch für den Handel mit Waffen und Raketen gelten sollte. Das Ergebnis: Das Waffenembargo wird noch fünf Jahre lang bestehen bleiben, das Embargo für Materialien zum Bau ballistischer Raketen acht Jahre.

Centrifuges” & uranium stockpile”

Zentrifugen sind Maschinen, die Uran für den Gebrauch in Atomkraftwerken oder Waffen aufbereiten. Der Iran hat nun zugestimmt, die Anzahl seiner ca. 19.000 Zentrifugen in Natanz und Fordow auf 6.104 zu reduzieren. In den nächsten zehn Jahren werden nur noch einige Zentrifugen in Natanz aktiv sein. Weiterhin wird Uran mindestens 15 Jahre lang nicht mit mehr als 3.67 % spaltbarem Material angereichert werden. Für Waffen benötigt man mindestens 90 %. Innerhalb der nächsten 15 Jahre sollen keine neuen Zentrifugen installiert werden.

Der iranische Uranvorrat („uranium stockpile“) soll von 8.700 kg auf 300 kg reduziert werden. Dabei soll es sich um niedrig angereichertes Uran handeln (LEU, „low-enriched uranium“).

„Arak Heavy-Water Reactor“

Der Schwerwasserreaktor in Arak soll umgebaut werden: Dort soll kein atomwaffentaugliches Plutonium mehr hergestellt werden können. Der Iran hat zugestimmt, sich dort auf friedliche Forschung und die Produktion von Isotopen zu medizinischen Zwecken zu konzentrieren.

Hier geht es zum „Simple Guide“ der New York Times über das Atomabkommen mit dem Iran.

 

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