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11.11.2016

Worte sind magisch – Marcel Beyer erhält Büchner-Preis

„Kronzeuge für die Macht der Worte, die eine Demokratie zum Überleben braucht“: So beschrieb Kulturstaatsministerin Grütters den diesjährigen Preisträger der renommierten literarischen Auszeichnung.

Büchner-Preis

Vielseitig & sprachlich interessant

Die Jury gab den diesjährigen Preisträger bereits im Juni bekannt. In der Begründung heißt es, Beyers Texte seien „kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich“ und ließen die Welt „zugleich wundersam bekannt und irisierend neu erscheinen“. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der 1995 erschienene Roman „Flughunde“, in dem Beyer u. a. die Instrumentalisierung der deutschen Sprache durch Propaganda thematisiert. Neben Romanen verfasste der Autor auch Lyrikbände, Essays, Opernlibrettos und Erzählungen. Beyer nahm seinen Preis am 05. November entgegen.

Deutsch der Ferkeleien, Wölfinnen, Zicken und Zecken

In seiner Dankesrede widmete Beyer viele Worte der deutschen Sprache: Er prangerte den aufgekommenen Sprachfundamentalismus der „Nationalheinis“ an. Doch vor dieser Sprache rette ihn – die Sprache. Und Woyzeck. Georg Büchners Sprache beruhige ihn, so der Preisträger. Beyer gab eine phänomenale Liebeserklärung zu ebendieser Sprache ab:

„Ein Deutsch, offen nach allen Seiten, hochartifiziell und zugleich hingeferkelt wie die Manuskriptblätter, auf denen Woyzeck überliefert ist. Ein angefressenes, ein angestecktes Deutsch, wie eine nach Hundebiss grässlich entstellte Hand. Ein Wölfinnen- und Zicken- und Zeckendeutsch. Das sich bei seiner Offenheit für Rotwelsch und Argot, wie nebenbei  offen für Ferkeleien zeigt. Ein Halb- und Doppelwesendeutsch, das sich bis heute niemand zweifelsfrei entziffert hat.“

Dichter, Denker & Demokratie

Aus Beyers Dankesrede klingt eindeutig hervor, wie groß die Macht der Worte ist. Kunstfreiheit ist für den Autor eng verwoben mit dieser Macht und außerdem wichtig für jede Demokratie. Beyer ist davon überzeugt, dass man provokante Künstler und kühne Denker braucht, um „intellektuelle(r) Trägheit“, „argumentative(r) Fantasielosigkeit“ und „politische(r) Bequemlichkeit“ vorzubeugen, die allesamt Feinde einer funktionierenden Demokratie seien.

Seit 1951 verliehen

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Büchnerpreis bereits seit 1951 an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die auf Deutsch schreiben und das gegenwärtige deutsche Kulturleben wesentlich prägen. Den ersten Preis erhielt damals Gottfried Benn; zu den Preisträgern späterer Jahre zählen außerdem Erich Kästner (1957), Max Frisch (1958), Paul Celan (1960), Hans Magnus Enzensberger (1963), Günter Grass (1965) sowie Friedrich Dürrenmatt (1986). Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

 

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