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21.07.2016

Zeitreise ins Jahr 6000 v. Chr.: Wie sich unsere alte Muttersprache anhört

Es war eine bedeutende Leistung des 19. Jahrhunderts: Sprachwissenschaftler rekonstruierten die indogermanische Ursprache, auch Proto-Indoeuropäisch genannt. Heute, getreu dem digitalen Zeitalter, gehen Forscher einen Schritt weiter. Sie simulieren die Muttersprache, die unsere Vorfahren vor gut 8000 Jahren sprachen.

Indogermanisch; Büste

Proto-Indoeuropäisch

Und derer gab es Zahlreiche: Proto-Indoeuropäisch (PIE) erstreckte sich einst über einen riesigen Sprachraum, in dem es sehr viele Dialekte gab. Aus diesen entwickelten sich später u. a. die anatolischen, griechischen, indoarischen, iranischen, italischen, keltischen, germanischen, armenischen, tocharischen, slawischen, baltischen und albanischen Sprachen. Kaum zu glauben: Einst sprachen Bewohner des heutigen türkischen, russischen und deutschen Sprachraums Dialekte ein und derselben Sprache. Proto-Indoeuropäisch entstand vermutlich in den Steppen nördlich des Kaspischen Meers. Heute ist die indoeuropäische Sprachfamilie die sprecherreichste der Welt.

Neue Methode: Formstatistiken

Forscher haben jetzt anhand von Formstatistiken eine Methode entwickelt, mit der sie die ausgestorbenen Laute des Proto-Indoeuropäischen nachbilden können, das ca. 6000-3500 f. Chr. gesprochen wurde. Die Simulation erfolgt über die Analyse der Sprachen, die sich später aus der Ursprache entwickelten. Der Klang kommt zustande, indem die Form von Schallwellen analysiert und manipuliert wird: Jedes Wort hat eine bestimmte Form in einer Sprache und wird in einer anderen eine veränderte Form annehmen. Die Schallwelle kommt durch vibrierende Luft zustande, die im Moment des Aussprechens entsteht. Wenn den Forschern dann die Statistiken einzelner Wörter vorlägen, könnten sie Ähnlichkeiten analysieren und das, was benötigt wird, um ein Wort in ein anderes zu übertragen, so Professor John Aston vom Statistischen Labor der Cambridge Universität.

Von den Blättern zur Wurzel

Die Forscher bewegten sich bei ihren Analysen rückwärts durch den Familienbaum der indoeuropäischen Sprachen, um frühere Laute zu bilden: Sie visualisierten die Schallwellen als Spektogramme und veränderten deren Form je nachdem, wie die bekannten Laute klangen. Auf diese Weise konnten sie Wörter von einer Sprache in eine andere "übersetzen". "Es ergibt sich ein Kontinuum von einem Laut zum anderen", so Aston.

Die Forscher testeten die Methode auch für zukünftige Laute. Manchmal erreichten die Töne jedoch die Grenze der menschlich vernünftig klingenden Laute. Genau das war auch in der Vergangenheit passiert und hatte u. a. zu Vokalveränderungen geführt. Die zentrale Frage nach der erfolgreichen Wiederbelebung einer längst ausgestorbenen Sprache ist nun: Wie weit zurück in die Vergangenheit kann man gehen?

 

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