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08.03.2016

Zurück zur Kunst der Konversation

Soziologin und Psychologin Sherry Turkle meint, dass wir das Gespräch zurück in unser Leben holen sollen. Warum glaubt sie, dass es verloren gegangen ist? Seit dreißig Jahren erforscht Turkle die Psychologie der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. In ihrer Forschung hat sie herausgefunden, dass "alte" emotional geladene Werte, wie Selbstreflexion oder Empathie, allmählich verschwinden und den Platz für weniger hoffnungsvolle Verhaltensweisen freigeben. Was geschieht, wenn wir es Apparaten gestatten, unsere Familiengespräche ständig zu unterbrechen?

Handynutzung

Wenn uns die Apparatelawine überrollt

Es beginnt bereits auf dem Töpfchen mit I-Pad-Halterung. Im Erwachsenenleben checkt so mancher alle 6,5 Minuten sein Handy. In zahlreichen Haushalten wimmelt es nur so von Laptops, Tablets und Smartphones, während irgendwo in der Ecke ein stationärer Computer steht und der smarte Fernseher seine Programme anbietet. Wir brauchen etwas oder wollen etwas wissen? Sofort können wir einen der Apparate befragen. Das ist durchaus positiv, denn so schnell konnten wir vermutlich noch nie unser Wissen erweitern. Wir sind mit allem und jedem jederzeit verbunden, können wahnsinnig effizient sein, fühlen uns wichtig und lebendig. Ist das so?

Die Wichtigkeit der Einsamkeit

Auch Einsamkeit ist wichtig. So argumentiert Eric Klinenberg, Soziologe an der New York University: "Es existiert eine große kulturelle Angst vor Isolation in unserem Land [USA], dass wir es oft nicht schaffen, die Vorteile der Einsamkeit zu schätzen." Stattdessen quälen uns Fragen wie "Was verpasse ich jetzt gerade?" Also ersetzen wir das echte Gespräch, das momentan nicht stattfinden kann, weil wir alleine sind, mit virtueller Kommunikation.

Positiver Einfluss durch "echte" Sprache

Turkle argumentiert in ihrem neusten Buch "Reclaiming Conversation. The Power of Talk in a Digital Age" dafür, wieder das gute, alte Gespräch mit unseren Mitmenschen zu suchen. Ihr Fazit stützt sich auf jahrelange Forschung zum Thema "Entwicklung in der frühen Kindheit": Kinder entwickeln sich am besten in einer Umgebung, die eine hohe Gesprächsdichte aufweist, in der sie viel Augenkontakt aufnehmen können und menschliche Berührungen erfahren. Auch das ständige Erleben komplexer, interaktiver Sprachsituationen hat einen positiven Einfluss, ebenso wie das Zusammenspiel mit der Familie und engagierten Erziehern und Erzieherinnen sowie Lehrern und Lehrerinnen.

Turkles Ratschläge

Als Therapeutin bietet Turkle Ratschläge an, wie man zum "echten Gespräch" zurückfindet. Es sind Dinge, die fast jeder unbewusst weiß, aber bewusst nicht durchführt: Sich der Macht bewusst sein, die wir dem Smartphone überlassen. Langsamer leben, langsam erleben. Die eigene Kreativität schützen. Eigene Pläne im eigenen Tempo verfolgen. "Heilige" (Zeit-)Räume für echte Gespräche schaffen.

 

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